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Bild der Mappe zum Seminar

Life is for Learning! aka Leben heißt Lernen! – Teil 2

In Teil 1 haben wir uns mit Inhalten von Susan Friedman beschäftigt, heute geht es weiter mit Jesús Rosales-Ruiz und Mary Hunter. Auch hier werde ich zuerst die Vortragenden vorstellen, um dann ihre wichtigsten Aussagen zu besprechen.

Jesús Rosales-Ruiz, Ph.D.

Jesús Rosales-Ruiz ist Professor am Institut für Behavior Analysis der University of North Texas. Er ist weltweit einer der wenigen Wissenschaftler, die Tiertraining sowohl  aus der theoretischen, als auch aus der angewandten Perspektive erforschen.

Halb-positiv ist auch negativ: Das vergiftete Signal

Von einem vergifteten Signal spricht man, wenn es über angenehme und unangenehme Einwirkung aufgebaut wurde. Das Training des Rückrufs wird häufig so gestaltet: Der Hund wird gerufen…

  • …Möglichkeit A: Er reagiert prompt, kommt heran und bekommt beim Menschen ein Leckerli.
  • …Möglichkeit B: Er reagiert nicht prompt in gewünschter Weise, wird an der Leine herangezogen und bekommt beim Menschen ein Leckerli.

Das Rückrufsignal kündigt damit nicht nur etwas Positives an, sondern nur die Möglichkeit von etwas Angenehmen und auch die Möglichkeit von etwas Unangenehmen. Das Signal wird hinsichtlich seiner Folgen also mehrdeutig.

Das hat einerseits Einfluss auf das gezeigte Verhalten, vor Allem aber auch Einfluss auf die Emotion, die esbeim Hund auslöst. Setzt man „vergiftete Signale“ ein,  wird das abgefragte Verhalten oftmals nicht so zügig ausgeführt  und der Hund zeigt dabei deutliche Stressanzeichen.

Was heißt das nun für dich? Vergifte deine positiv auftrainierten Signale nicht! 😊 Hinterfrage und beobachte dich selbst und ändere dein Verhalten, wenn du bemerkst, dass du Einwirkungen setzt, die deinem Hund unangenehm sind.

Mary Hunter, M.S.

Mary Hunter, Master of Science in Behavior Analysis, ist überzeugt davon, dass wir durch das Wissen um Verhalten immer geschicktere und humanere Wege im Tiertraining finden. Sie hat jahrelange Erfahrung im Tiertraining, welches sie bei der Arbeit mit Tieren und ihren Haltern einsetzt, sowie mit ihrem akademischen Wissen kombiniert.

Weitere Infos findest du auf ihrer Website DogTrainingology

Shaping: Von einem vorhanden Vorhalten zum Zielverhalten

Shaping ist eine Möglichkeit um neues Verhalten zu trainieren. In unseren Köpfen ist dabei meist verankert, dass wir bei Null beginnen – quasi von Nichts zu Etwas. Aber: Man startet immer irgendwo! Und zwar mit einem Verhalten, dass das Tier zeigen kann.

Deine erste Aufgabe: finde einen Startpunkt der deinen Hund auf dieser Stufe sicher zum Erfolg führt. Frage dich, was dein Hund bereits kann, was dir bei der aktuellen Aufgabe hilft und gestalte die Umwelt so, dass dieses Verhalten mit hoher Wahrscheinlichkeit auftreten wird.

Beispiel: Du möchtest einen ablenkungssicheren Rückruf trainieren. Dein Hund kann bereits zu dir laufen. Vielleicht nicht auf Signal, aber prinzipiell kann er zu dir laufen. Damit hast du die Möglichkeit in einer ablenkungsarmen Umgebung mit dem Training zu beginnen um den Hund sicher zum Erfolg zu bringen. Anschließend kannst du die Schwierigkeit immer weiter erhöhen.

Dieser Blick auf Shaping kann es dir erleichtern ein möglichst fehlerfreies Lernsetting herzustellen. Und Fehler „des Hundes“ solltest du möglichst vermeiden, denn

  • Fehler können zu negativen Emotionen führen und deine Signale vergiften.
  • Fehler können – selbst wenn nicht negativ auf sie reagiert wird – zur Gewohnheit werden.
  • Verhalten, das möglichst fehlerfrei erlernt wurde, ist auch unter wechselnden Bedingungen stabiler.

Das Bild zeigt Trainerinnen der VÖHT am Life is for Learning Seminar. In der hinteren Reihe von links nach recht: Karin Flaschka, Gudrun Braun, Karin Bayer, Tina Leopolder, Heidrun Pusch. In der vorderen Reihe von links nach rechts: Sunny Benett, Lara-Maria Nestyak, Irene Husczawa.

Abschließende Worte

Alles in allem waren das wirklich vier tolle Tage. Neben den Vorträgen ist eines der Highlights sicher die tolle Austauschmöglichkeit, die diese Konferenz geboten hat. Es waren wirklich viele KollegInnen aus dem In- und auch dem Ausland da und die Pausen und Abende wurden auch fleißig zum Fachsimpeln genutzt. Auf dem Foto seht ihr mich mit Kolleginnen der VÖHT: Karin Flaschka, Gudrun Braun, Karin Bayer, Tina Leopolder, Heidrun Pusch, Sunny Benett und Irene Husczawa.

Von |2018-09-17T23:43:13+00:0017.09.2018|Allgemein|
Lara hat international mehrere Ausbildungen mit den Schwerpunkten Training und Verhalten von Hunden absolviert (D, USA online, UK), zusätzlich besuchte sie für ein Jahr einen Kurs zu Energetik und Tierkommunikation (AUT). Ihre Trainingsschwerpunkte sind Welpen und die Arbeit mit Hunden mit Verhaltensauffälligkeiten. Sie ist Mitglied der Netzwerke Trainieren statt dominieren und TOP-Trainer. Damit hat sie sich nicht nur dem modernen, gewaltfreien Umgang mit Tieren verschrieben, sondern gehört mit den TOP-Trainern der einzigen deutschsprachigen Vereinigung an, deren hohes Ziel es ist, effizientes Tiertraining auf höchstem Niveau anzubieten.

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