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Life is for Learning! aka Leben heißt Lernen!

„Diese vier Tage werden dein Denken verändern!“ kündigte der Veranstalter Happy-Fellow® an. Hat er damit zu viel versprochen? Keineswegs! An vier Tagen haben uns drei WissenschaftlerInnen an ihrem Wissen und ihren Gedanken teilhaben lassen – und es war wirklich inspirierend! Die grundlegende Message:

Das Wohlbefinden des Lernenden (bspw. des Hundes) hat Priorität.

Im Folgenden werde ich jeweils zuerst die Vortragenden kurz vorstellen, um dann die wichtigsten Aussagen von ihnen vorzustellen. Ich werde euch auch an meinen Gedanken in Bezug auf unsere Hunde teilhaben lassen. Was geht euch dazu so durch den Kopf? Ich freue mich auf eure Beiträge unten im Kommentarbereich! Dieser erste Teil behandelt Susan Friedman, im zweiten Teil geht es um die Vorträge von Jesús Rosales-Ruiz und Mary Hunter.

Susan Friedman, Ph.D.

Dr. Susan Friedman ist Professorin für Psychologie an der Utah State University und ist wegbereitend für die Nutzung der Applied Behavior Analysis (ABA; Angewandte Verhaltensanalyse) in den Bereichen der Wildtier- (bspw. Zoos) und Heimtierhaltung gewesen.

Weitere Infos findest du auf ihrer Website Behavior+ Works
Fun Fact: R+ bedeutet positive reinforcement, der Name bedeutet daher nicht nur, dass Verhalten funktioniert, sondern auch, dass positive Verstärkung funktioniert.

Skills equals Freedom: Es sind die Fähigkeiten des Individuums, die seine Freiheit ausmachen

Oftmals denkt man bei Freiheit an die Freiheit zu tun, was auch immer man möchte. An unendliche Wahlmöglichkeiten – aber ist es wirklich das, was das Wohlbefinden unserer Tiere steigert? Nein, sehr wahrscheinlich nicht.

Gerade unsere Hunde leben in der Umgebung, die wir ihnen vorgeben, nämlich dort wo auch wir leben. Unendliche Freiheit ist hier sowieso eine Utopie. Aber wir können mit ihnen an Fähigkeiten arbeiten, die ihnen zu mehr Freiheit verhelfen. Bspw. die Fähigkeit „Nein“ zu sagen oder die Fähigkeit um etwas zu bitten – all das ermöglicht es ihnen Kontrolle über ihre Umwelt zu erlangen. Und Kontrolle ist eine biologische Notwendigkeit, etwas das jedes Lebewesen für sein Wohlbefinden braucht.

Errors punish effort: Wer den Lernenden (bspw. den Hund) in Fehler laufen lässt bestraft dessen Bemühungen

Lernen über Versuch und Irrtum ist ein bekanntes Schlagwort. Die Meinung Fehler seien für den Lernprozess nötig ist quasi in unsere Kultur eingebettet.

Einerseits kostet uns das viel Zeit, weil es dauern kann bis der Lernende auf die richtige Fährte kommt, andererseits müssen wir uns fragen was das mit der Lernbereitschaft macht. Jeder Fehler kann vom Lernenden als Strafe aufgefasst werden und wir bestrafen ja nicht nur sein Verhalten, sondern auch seine Bereitschaft es zu versuchen und mit uns zu arbeiten. Eigentlich etwas, das wir nicht wirklich haben wollen, oder?

Fürs Hundetraining ist dieser Gedankengang aus zwei Gründen sehr interessant:

  1. Das Setting in dem wir unseren Hunden Aufgaben stellen verdient viel Aufmerksamkeit – denn es ist entscheidend ob sie möglichst fehlerfrei zum Erfolg kommen oder eben nicht.
  2. Dass Locken im Hundetraining teils verpönt ist, ist schade. Für manche Trainingsaufgaben und/ oder mit bestimmten Individuen in bestimmen Situationen hat es seine absolute Berechtigung.

Der Evergreen: Futter oder Zuwendung verstärkt Angst – Ein Mythos!!

Nein, einfach nein. Wenn dein Hund das Futter und/oder die Zuwendung gut findet, wird seine Angst nicht schlimmer. Susan Friedman stellte in diesem Zusammenhang u.a. die Frage: „Wie sieht Angst aus?“ Angst erkennen wir an der Körpersprache, bspw. an angelegten Ohren, einem gekrümmten Rücken oder einer eingezogenen Rute. Siehst du das und du tust deinem Hund dann etwas Gutes (!), zieht er dann die Rute wirklich mehr ein?

Der Veranstalter: Happy-Fellow®

Happy-Fellow® lädt regelmäßig hochkarätige Vortragende, oftmals international führende WissenschaftlerInnen, zu Seminaren und Konferenzen ein. Das Motto: Lernen von den Besten! Mehr Infos findest du auf der Website und für aktuelle Seminarupdates empfehle ich dir die Facebook Seite zu liken.

Von |2018-09-17T22:39:26+00:0014.08.2018|Seminarberichte|
Lara hat international mehrere Ausbildungen mit den Schwerpunkten Training und Verhalten von Hunden absolviert (D, USA online, UK), zusätzlich besuchte sie für ein Jahr einen Kurs zu Energetik und Tierkommunikation (AUT). Ihre Trainingsschwerpunkte sind Welpen und die Arbeit mit Hunden mit Verhaltensauffälligkeiten. Sie ist Mitglied der Netzwerke Trainieren statt dominieren und TOP-Trainer. Damit hat sie sich nicht nur dem modernen, gewaltfreien Umgang mit Tieren verschrieben, sondern gehört mit den TOP-Trainern der einzigen deutschsprachigen Vereinigung an, deren hohes Ziel es ist, effizientes Tiertraining auf höchstem Niveau anzubieten.

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